Die SIXTINISCHE MADONNA, von Raffael wird 500!

Diesen Samstag, 26. Mai startet die große Jubiläumsausstellung und feiert die Entstehung dieses Meisterwerks und verfolgt seine Geschichte bis in die Gegenwart. 500 Jahre Sixtinische Madonna bedeutet spannende Geschichten, geprägt von geheimen Verhandlungen und glanzvoller Präsentation, Vergessenheit und internationalem Ruhm, künstlerischen Entdeckungen und abgründigem Kitsch.

In vier Sektionen beleuchtet die Ausstellung sowohl den kunst- und kulturhistorischen Kontext als auch die Rezeptionsgeschichte des Meisterwerkes. Darüber hinaus gibt es eine APP, mit guten Audioerklärungen.

Übrigens: wir die Sixtinische Madonna verlässt während der Ausstellung ihren angestammten Platz. Die Wand wird mit einem neuen Kunstwerk der Fotografin Katharina Gaenssler besetzt, jedoch ohne dem Meistwerk eine Konkurrenz zu sein. Im Gegenteil die Sixtinische Madonna stand Katharina Gaenssler über mehrere Tage geduldig Modell. Die Fotografin lichtete sie in hunderten von Detailfotografien ab, um sie anschließend in einer übergroßen digitalen Collage erneut zusammenzusetzen.

Na wenn das nicht mal wieder eine Reise nach Dresden wert ist!

 

 

Großartig -  nach langer Zeit, mal wieder in den Münchner Kammerspielen. ANGST. Nach einer Novelle von Stefan Zeig. Das Bühnenbild – spartanisch und vielschichtig zugleich, die Handlung: state of the art,  die schauspielerischen Leistungen aller Akteure: großartig  - der Applaus zeigte sein Übriges. Bin immer noch ganz fasziniert. Nochmal: Großartig.

Stefan Zweig, der Meistererzähler und Weltbürger, der seinem Freund Sigmund Freud in London die Grabrede hielt, wirft in seiner Novelle ANGST einen hellen Blick auf die Pathologien einer Gesellschaft, die nur den verlogenen Umgang mit der Dialektik von Lüge und Wahrheit kennt. Mit feinem psychologischem Spürsinn leuchtet er die Innenwelt einer Frau aus, die in einer nicht unglücklichen, aber “trägen, windstillen” Ehe lebt. Von ihrem Geliebten kommend, wird sie eines Tages von einer heimlichen Mitwisserin abgefangen und fortan mit stetig wachsenden Forderungen erpresst. Immer größer wird das Bedürfnis der Ehefrau, sich in einem befreienden Akt dem Mann anzuvertrauen. Doch je häufiger sie den erlösenden Moment ungenutzt verstreichen lässt, desto unmöglicher scheint es, jemals zur Wahrheit zurückzufinden. Das selbstgezimmerte Lügengebäude wird mehr und mehr zu einem Labyrinth der Angst.

Uraufführung

Schauspielhaus, 6. November 2010

coproduktion mit den Salzburger Festspielen

Regie: Jossi Wieler, Bühne und Kostüme: Anja Rabes, Musik: Wolfgang Siuda, Licht: David Finn, Dramaturgie: Koen Tachelet

Mit: Katja Bürkle, Elsie de Brauw, Lena Anderle/ Hanna Merki, Stefan Hunstein, Johannes Geller/ Julian Olivi, André Jung

Christi Himmelfahrt – ein passender Feiertag  um mal wieder in die alte Pinakothek zu gehen, dachte ich mir und landete letztendlich doch im Kunstbau vom Lenbachhaus  – Marcel Duchamp in München 1912 ; hier ist erstmalig in Deutschland sein legendäres Werk <Akt eine Treppe herabstigend, Nr. 2>, das ihn bei der New Yorker Armory Show berühmt machte, zu sehen.

Vor genau 100 Jahren, besuchte Marcel Duchamp einen Freund, den Maler Max Bergmann in München und beschließt länger zu bleiben, wohnt zur Untermiete in einem Zimmer in der Barerstraße 65. Im Almanach des Blauen Reiter ist er als 25-Jähriger bereits als interessantes Talent erwähnt. Am Ende bleibt er knapp drei Monate, entwickelt mehrere bedeutende Arbeiten, die heute unter anderem im Museum of Modern Art in New York gezeigt werden, wie zum Beispiel das Gemälde „Von der Jungfrau zur Braut“. Er bereitet andere Arbeiten vor, darunter das „Große Glas”. Beim Besuch des Deutschen Museums und der Bayerischen Gewerbeschau findet er wichtige technische Details als Inspiration für seine Arbeit. Er verschickt Postkarten vom Hofbräuhaus und vom Nymphenburger Schloss und lässt sich von Heinrich Hoffmann fotografieren. Oft besucht er die Alte Pinakothek. Dort haben ihn die Gemälde Lucas Cranach d.Ä. nachhaltig beeinflusst. Er ist auch viel unterwegs. Duchamps Aufenthalt ist zugleich kunsthistorisch bedeutend wie anekdotisch aufschlussreich. Später wird Duchamp selbst über diesen Aufenthalt notieren: “Mein Aufenthalt in München war der Ort meiner völligen Befreiung”.

BildBildBildBildBildDas staatliche BAUHAUS erst in Weimar, bekannter in Dessau und später in Berlin war mehr als eine Kunstschule unter der Leitung von Walter Gropius. Die klare Formsprache, die Reduktion auf das Wesentliche haben bis heute Bestand.

Eine gute Autostunde von Berlin entfernt, an der A9 liegt Dessau – geradezu einladend, sofern man sich auf dem Rückweg in den Süden befindet.

Neben dem bekannten Bauhausschulgebäude, das geballt mit durchdachten und damals wohl revolutionären, modernen Architekturlösungen brillierte (zum Beispiel verschwindet ein Türknauf bei offener Tür in einer vorgesehenen Mulde), stehen die Meisterhäuser, die Gropius in Gehweite für die Professoren entwarf, keineswegs nach und faszinierten mich noch mehr.

Die Doppelhäuser der Meister sind aus Modulen zusammengesetzt, die Teile aber auf so smarte Weise gespiegelt und variiert, dass jede Monotonie vermieden wird. Hier hat fast jedes Zimmer Zugang zu einem Balkon oder Terrasse, kein Zaun der trennt, jedoch biete jedes Haus für sich, seine Privatsphäre. Kiefernbäume, spenden Schatten, sperren jedoch nicht die Sicht. Zweieinhalb Doppelhäuser und die Garage von Walter Gropius (der als einziger der Professoren ein Auto besaß) haben den zweiten Weltkrieg und die DDR Zeit überstanden und wurden liebevoll rekonstruiert – die Gropius-Villa selbst wird derzeit nachgebaut. Na, da gibts auf jeden Fall noch einen Grund mehr wieder vorbeizufahren;)

 

Verregnet, große Besuchermengen und neue Lokation – das war der letztet Tag der Stroke No. 6 in München. Einige “Bekannte” aus letzten Jahr, einiges Neues, manches Fesselndes, ausgesuchtes und Bleibendes . Es ist und bleibt eine Messe. Summasumarum: echte Streatart gibt es auf der Straße, da wo urbanes Leben herrscht.

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